Waldpädagogik

Unsere Lebenswelt ist bestimmt von technischen Abläufen, in der Sinnzusammenhänge immer weniger durchschaubar sind und in der eigene Gestaltungsmöglichkeiten immer weniger werden. Im Gegensatz zu früher findet Kindheit heute immer weniger Draußen statt. Kinder haben damit viel weniger Gelegenheit, ihren Bewegungsdrang auszuleben, körperliche Grenzerfahrungen zu machen und ausgehend von ihrem Zuhause die räumliche Umgebung zu erkunden (anstatt mit dem Auto von einem speziellen Kinderangebot zum nächsten gefahren zu werden). Stille zu erfahren, Natur unmittelbar zu erleben und Phantasie und Kreatitivität zu entwickeln – auch dies ist für Jungen und Mädchen immer schwieriger in einer reizüberfluteten von Medien und vorgefertigtem Spielzeug geprägten Welt.

 

Der Waldkindergarten möchte hier ein Gegengewicht schafffen. Dort gibt es kein festes Gebäude, die Kinder halten sich bei jedem Wetter und jeder Jahreszeit im Freien auf. Lediglich bei extremen Wetterlagen ziehen sie sich in einen Schutzraum zurück – meist in einen Bauwagen oder eine Hütte. Der Waldkindergarten bietet damit Raum für unmittelbare Lebenserfahrungen. Kinder können dort ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben, in ganzheitlichen Zusammenhängen lernen und ihre Sinne und ihre Wahrnehmung schulen.